RatgeberWächterkontrollsystem
Wächterkontrollsystem per Smartphone
Früher steckte der Wächter an jedem Punkt einen Schlüssel in die Kontrolluhr. Heute scannt er mit dem Diensthandy einen Code. Die Frage ist dieselbe geblieben: Lässt sich belegen, dass der Rundgang stattgefunden hat – vollständig und zur richtigen Zeit?
Stand: 1. Oktober 2026
Das Wichtigste in Kürze
- Ein Wächterkontrollsystem besteht aus Kontrollpunkten im Objekt und einem Gerät, das jeden Besuch mit Uhrzeit festhält.
- Gute Planung: wenige, sinnvolle Punkte, eine Soll-Zeit oder Reihenfolge, eine kurze Prüffrage je Punkt.
- Weil das System das Verhalten der Beschäftigten erfasst, hat ein Betriebsrat mitzubestimmen (§ 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG); die Beschäftigten sind zu informieren.
- Ein Kontrollgang wird an Punkten belegt, nicht durch eine Dauerortung.
Wie es funktioniert
An festen Stellen im Objekt – Türen, Tore, Technikräume, Zaunecken – hängen Kontrollpunkte. Bei jedem Rundgang erfasst die Wachperson jeden Punkt mit dem Gerät. Das System hält fest, wer wann welchen Punkt erfasst hat, und zeigt, welche Punkte fehlen oder zu spät besucht wurden. Der Auftraggeber bekommt daraus einen Nachweis.
QR-Code, NFC oder RFID?
| Art | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|
| QR-Code | Kostet fast nichts, mit jedem Handy lesbar, schnell ersetzt | Kann verschmutzen oder beschädigt werden; braucht etwas Licht |
| NFC-Anhänger | Robust, auch im Dunkeln, Handy nur antippen | Kostet je Punkt; nicht jedes Gerät liest NFC gleich gut |
| RFID mit eigenem Lesegerät | Sehr robust, für raue Umgebung gebaut | Eigene Geräte und Software, teurer, Daten oft erst nach dem Auslesen sichtbar |
Kontrollpunkte planen
- Punkte nach Risiko wählen: Zugänge, Notausgänge, Technik, Lager mit Wert. Lieber zehn sinnvolle als dreißig, die nur Zeit kosten.
- Reihenfolge und Soll-Zeit festlegen: etwa „Rundgang Nord, sechs Punkte, alle zwei Stunden, höchstens 25 Minuten“.
- Eine Prüffrage je Punkt: „Tür verschlossen?“, „Brandschutztür frei?“ – so wird aus dem Scan eine Kontrolle.
- Ersatz bei Schaden regeln: Ist ein Code abgerissen, hält ein Foto die Stelle fest und die Leitung erfährt davon.
- Mit der Dienstanweisung abstimmen: Was bei einem Befund zu tun ist, gehört in die Anweisung und ins Wachbuch.
Betriebsrat und Datenschutz
Ein Kontrollsystem ist eine technische Einrichtung, die geeignet ist, Verhalten oder Leistung der Beschäftigten zu überwachen. Gibt es einen Betriebsrat, muss er bei Einführung und Anwendung mitbestimmen (§ 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG) – meist über eine Betriebsvereinbarung. Unabhängig davon sind die Beschäftigten darüber zu informieren, welche Daten erfasst werden und wozu (Art. 13 DSGVO). Datensparsam ist ein System, das nur das Ereignis am Kontrollpunkt festhält und keine Wege dazwischen aufzeichnet.
Wer den Rundgang auf Papier dokumentiert, findet unten eine Vorlage.
So hilft Kordo dabei
- Wächterrundgang mit QR-Kontrollpunkten, Soll-Zeit je Punkt und Checklisten – mit dem Handy der Wachperson, ohne eigenes Lesegerät.
- Jeder Scan hält fest, wer wann welchen Punkt gescannt hat, und Kordo prüft, ob der Standort zum Kontrollpunkt passt. Keine Dauerortung, keine Bewegungsprofile.
- Im Keller ohne Netz wird erfasst und nachgereicht. Ist ein Code beschädigt, hält ein Foto die Stelle fest, und die Leitung bekommt den Mangel von selbst.
- Rundgänge stehen im Wachbuch, das die Verwaltung als PDF für den Auftraggeber freigibt. Ein Muster für die Betriebsvereinbarung gehört dazu.
Rundgänge mit Kontrollpunkten gibt es im Tarif Pro.
Quellen
- Betriebsverfassungsgesetz, § 87: gesetze-im-internet.de/betrvg/__87.html
- Datenschutz-Grundverordnung, Art. 13: eur-lex.europa.eu
Diese Seite fasst allgemeine Informationen zusammen und ersetzt keine Rechtsberatung.